Prognose und Entwicklung

Welche Prognose haben Frühgeborene?

Frühgeborene haben aufgrund der Fortschritte in der Neugeborenenintensivmedizin, aber auch in der Schwangerenbetreuung und in der Geburtshilfe deutlich bessere Überlebenschancen als noch vor einigen Jahren. Die Prognose für jedes einzelne betroffene Baby hängt jedoch von vielen verschiedenen Faktoren ab, etwa von der Schwangerschaftsdauer, dem Geburtsverlauf sowie eventuellen weiteren Fehlbildungen. Insgesamt ist jedoch jede Frühgeburt mit einem höheren Risiko für das Kind verbunden. Je größer und reifer das Baby bei der Geburt ist, desto größer ist die Überlebenschance und die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Entwicklung ohne bleibende Schäden. Vor der 24. Schwangerschaftswoche liegt die Überlebenswahrscheinlichkeit bei knapp einem Drittel, danach bei über 60 Prozent und steigt mit zunehmender Reifung schnell an.

Frühgeborene, bei denen es zu Komplikationen wie Hirnblutung, einer chronischen Lungenerkrankung oder zu schweren Infektionen kommt, haben es besonders schwer. Auch die fortschrittliche Neugeborenenintensivmedizin bringt leider auch Risiken. So kann etwa eine lange Beatmungsdauer eine bronchiale Überempfindlichkeit zur Folge haben.

Das korrigierte Lebensalter

Für das korrigierte Lebensalter werden die Wochen, die das Baby zu früh geboren wurde vom tatsächlichen Alter abgezogen. Wurde das Baby zum Beispiel 8 Wochen zu früh geboren und ist gerade 12 Wochen alt geworden, würde das korrigierte Lebensalter 4 Wochen betragen.Das korrigierte Lebensalter sollte immer bei Vergleichen mit reifgeborenen gleichaltrigen Kindern herangezogen werden, damit vom Kind nicht mehr verlangt wird, als seinem tatsächlichen Entwicklungsalter entspricht.

Individuelle Förderung

Frühgeborene entwickeln sich in ihrem eigenen Tempo, das sich nicht unbedingt vorhersagen lässt. Für Frühchen ist daher eine individuelle, auf die jeweiligen Stärken und Schwächen abgestimmte Förderung durch die Eltern sowie eine gute medizinische Betreuung besonders wichtig. Eltern Frühgeborener sollten sich nicht durch Tabellen und Meinung anderer, was das Baby eigentlich schon können müsste, verunsichern lassen.

Entwicklungsstörungen

Intelligenzunterschiede zwischen Kindern mit geringem und Kindern mit normalem Geburtsgewicht sind selten, was jedoch häufiger auftreten kann, sind ernsthafte Lernbehinderungen, das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom, Ungeschicklichkeit und Sprachstörungen. Auch Teilleistungsschwächen wie etwa Lese-Rechtschreibschwäche, räumliche, akustische oder auditive Wahrnehmungsstörungen oder Rechenschwäche treten bei Frühgeborenen häufiger auf. Eine rechtzeitige Diagnose und entsprechende Therapien sind hier von Bedeutung.

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