Glossar

Alveolen

Kleinste, stark durchblutete Strukturen in der Lunge, in denen der Gasaustausch stattfindet. Sauerstoffarmes Blut gibt dabei CO2 ab, das später ausgeatmet wird, und aus der frischen Atemluft wird Sauerstoff zugeführt. Das so angereicherte Blut versorgt den Körper mit Sauerstoff. Die Ausbildung der Lungenbläschen ist einer der wichtigsten Faktoren der Lungenreife.

Aminosäuren

Eiweiß-Bausteine. „Essentiell“ werden Aminosäuren genannt, die vom Körper benötigt werden aber nicht selbst hergestellt werden können. Neugeborene benötigen eine größere Anzahl essentieller Aminosäuren, da ihr Körper zur Herstellung bestimmter Stoffe noch nicht bereit ist. Essentielle Aminosäuren können gezielt durch bestimmte Nahrung oder Medikation zugeführt werden.

Amnionflüssigkeit

Wässrige Körperflüssigkeit, die das ungeborene Kind in der Fruchtblase umgibt. Das Fruchtwasser dient als Dämpfer zum Schutz des Fötus und wird vom Ungeborenen auch ständig getrunken. Verschiedene Erbkrankheiten können durch eine Fruchtwasseruntersuchung nachgewiesen werden.

Amniozentese

Fruchtwasseruntersuchung durch Punktion der Fruchtblase, um das Ungeborene auf verschiedene Erbkrankheiten zu untersuchen.

Anämie

Blutarmut wird auch Blutmangel oder Anämie genannt. Die Diagnose erfolgt durch ein Blutbild. Kann bei Frühgeborenen auftreten, deren Knochenmark noch nicht fertig ausgebildet ist. Es handelt sich dabei nicht um zu wenig Blutflüssigkeit sondern um einen zu geringen Anteil von Hämoglobin im Blut, und damit einem Mangel an roten Blutkörperchen. Akut kann Blutarmut durch eine Transfusion behandelt werden. Längerfristig kann z.B. eine Behandlung mit eisenhaltigen Medikamenten helfen, die Neubildung von roten Blutkörperchen zu unterstützen.

Antikörper

Körpereigene Abwehrstoffe. Neugeborene bekommen ihre Antikörper durch die Nabelschnur. Dies kann eine Immunisierung gegen Kinderkrankheiten bewirken, an denen die Mutter einmal erkrankt war. In der Muttermilch sind ebenfalls Antikörper zum Schutz des Säuglings enthalten.

Anurie

Ausbleiben der Urinproduktion, Anzeichen einer Nierenfehlfunktion. Von Anurie spricht man, wenn innerhalb 24 Stunden fast oder gar kein Urin abgegeben wurde.

Apgar-Index

Genormter Test zur Bestimmung des Gesundheitszustandes von Neugeborenen. Benannt nach der Kinderärztin Virginia Apgar, die den Test entwickelt hat.

Apnoe

Wörtlich „ohne Atem“. Vorübergehender Atemstillstand.

Asphyxie

Akuter Mangel an Sauerstoff, der z.B. durch eine Verlegung der Atemwege ausgelöst sein kann.

Aspiration

Eindringen von Flüssigkeit, Nahrung oder Fremdkörpern in die Atemwege. Diese Störung kann die Atmung teilweise bis ganz behindern. Im einfachsten Fall kann das Material abgehustet werden, in schwereren Fällen muss abgesaugt oder operiert werden.

Atelektase

Ein zusammengefallener oder nicht entfalteter Bereich der Lunge, der mit wenig oder keiner Luft gefüllt ist. Bei Frühgeborenen ist das meist ausgelöst durch eine nicht vollendete Lungenreife.

Atemnotsyndrom

Lungenfunktionsstörung, meist wegen unzureichender Lungenreife. Bei besonders früh Geborenen sind die Lungenbläschen noch nicht fertig ausgebildet, und kleine Membranen behindern den Gasaustausch (hyalines Membransyndrom). Vor 30 Jahren noch unbehandelbar gibt es heute Medikamente, die der Verklebung der Lungenbläschen entgegenwirken.
Siehe auch Surfactant.

Azidose

Zu hoher Säureanteil im Blut. Azidose wird meist ausgelöst durch eine Störung im Gasautausch in der Lunge, wenn zu viel Kohlendioxid im Blut bleibt und zu wenig Sauerstoff aufgenommen werden kann. Die Diagnose erfolgt durch eine Blutgasanalyse.

Beatmungslunge

Lungengewebsveränderung, die bei langer künstlicher Beatmung auftreten kann.
Siehe auch Bronchopulmonale Dysplasie.

Bilirubin

Gelber Anteil im Blutfarbstoff Hämoglobin. Auslöser der Verfärbung bei Neugeborenengelbsucht. Dieses Symptom kommt bei bis zu 60% aller Neugeborenen vor und ist in den meisten Fällen vollkommen harmlos.

Blutaustauschtransfusion

Bei Unverträglichkeit der Rhesusfaktoren von Mutter und Kind kann es notwendig sein, beim Neugeborenen mit einer drei Stunden langen Transfusion das Blut zu erneuern und es somit von unverträglichen Stoffen zu befreien.

Blutbild

Untersuchung des Blutes im Labor, bei der die Bestandteile analysiert werden. Untersucht werden neben dem Anteil von roten und weißen Blutkörperchen z.B. auch die Blutplättchen.

Blutgasanalyse

Messung der Anteile des Sauerstoffs und Kohlendioxids im Blut, sowie des pH-Werts und Säure-Basenhaushalts des Blutes.

Blutzuckerspiegel

Höhe des Anteils an Glukose im Blut. Diese ist notwendig, um vor allem das Gehirn zu versorgen.Ist der Blutzuckerspiegel zu gering, spricht man von Hypoglykämie. Ist er zu hoch, von Hyperglykämie.

Bradykardie

Verringerter Herzzschlag, bei Frühgeborenen unter 120 Schläge pro Minute. Der Normalwert eines Frühgeborenen liegt zwischen 120 und 160 Schlägen pro Minute. Gründe für einen verringerten Herzschlag ist z.B. Apnoe.

Bronchopulmonale Dysplasie

Veränderung des Lungengewebes. Bei Frühchen kann dies durch Lungenunreife, Sauerstoffübersättigung, Beatmungsdruck oder eine Infektion ausgelöst werden.

Cerclage

Franz. „Umreifung“. In der Geburtshilfe Maßnahme zur Vorbeugung einer Frühgeburt. Der Gebärmutterhals wird dabei vorübergehend verschlossen, um unter anderem das Aufsteigen von Bakterien innerhalb der Scheide zu unterbinden, da diese auch eine Frühgeburt auslösen können. Normalerweise wird die Cerclage etwa 1-2 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin wieder entfernt.
Siehe auch Scheideninfektion.

Cerebralparese (CP)

Lähmung durch einen Hirnschaden. Die Ursache dafür können z.B. Sauerstoffmangel oder eine Hirnblutung sein.

Chordozentese

Entnahme von Blut aus der Nabelschnur des Ungeborenen zur Untersuchung von möglicher Blutarmut oder einer Infektion. Die Nabelschnurpunktion ist keine Routineuntersuchung und wird nur bei Verdacht auf eine entsprechende Erkrankung durchgeführt.

CO₂

Chemisch CO2. Wird im Blut zu den Lungenbläschen transportiert, um dort ausgefiltert und ausgeatmet zu werden. Eine zu hohe Konzentration von Kohlendioxid im Blut kann zu Azidose führen.

CPAP

Beatmungshilfe, die mittels Maske oder Tubus stattfinden kann. Da diese Methode die Atmung nur unterstützt, ist die Fähigkeit des Neugeborenen, selbst zu atmen Voraussetzung für eine CPAP Beatmung.

CTG

Methode zur Überwachung des Herzschlags des ungeborenen Kindes gleichzeitig mit der Wehentätigkeit der Mutter.

Depression

Wörtl. „Niederdrückung“ oder „Senkung“. Nach der Geburt kann ein sogenannter Depressionszustand beim Neugeborenen auftreten. Dieser bezeichnet einen Zustand, in dem Atmung und Kreislauf stark herabgesetzt sind. Als Richtlinie zur Einschätzung des Zustandes dient z.B. der Apgar-Test.

Dezeleration

Wörtl. „Verlangsamung“ Bei einer akuten Dezeleration des Herzschlags des ungeborenen Kindes kann z.B. die Geburt eingeleitet oder beschleunigt werden. Diagnose durch CTG.

Drainage

Behandlungsmethode des Ableitens oder Absaugens von Flüssigkeiten oder Gasen durch einen dünnen Schlauch. Bei inneren Drainagen wird der Schlauch meist durch einen kleinen Schnitt ins Körperinnere geführt, und Flüssigkeiten z.B. in den Magen oder Darm abgeleitet.

Ductus arteriosus

Verbindung zwischen Hauptschlagader und Lungenarterie bei ungeborenen Kindern, da die Lunge noch nicht „atmet“. Die Verbindung verschließt sich normalerweise in den ersten Lebenstagen. Bleibt die Verbindung geöffnet, spricht man von einem „Persistierenden Ductus arteriosis“. Im besten Fall schließt sich die Verbindung noch von selbst, kann aber im Notfall auch mittels Operation geschlossen werden.

Dünndarmatresie

Angeborener Verschluss des Dünndarms oder des Duodenums. Muss frühzeitig erkannt und operativ beseitigt werden, um eine natürliche Ernährung zu ermöglichen. Ist der Dünndarm nur verengt, spricht man von Dünndarmstenose.

Dünndarmstenose

Angeborene Verengung des Dünndarms. Muss frühzeitig erkannt und operativ beseitigt werden, um eine natürliche Ernährung zu ermöglichen. Ist der Dünndarm ganz verschlossen, spricht man von Dünndarmatresie.

Duodenalsonde

Dünner Schlauch, der durch die Nase über Speiseröhre und Magen direkt in den ersten Abschnitt des Dünndarms führt (Duodenum – Zwölffingerdarm). Im Fall, dass der Magen des Frühchens nicht bereit ist, genügend Nahrung aufzunehmen, kann über diese Sonde zusätzlich ernährt werden.

Dyspepsie

Verdauungsstörung, wörtlich „Fehlverdauung“. Bei starken Symptomen wie Brechdurchfall besteht besonders bei Frühgeborenen die Gefahr einer schnellen Schwächung durch den Verlust von Flüssigkeit und Salzen.
Siehe auch Elektrolyte.

Echokardiographie

Herzuntersuchung mit Ultraschall zur Früherkennung von Herzfehlern.

EEG

Abkürzung für „Elektroenzephalografie“ oder „Elektroenzephalogramm“. Methode zur Untersuchung des Gehirns bzw. der Gehirnströme, mit denen Probleme im Gehirn diagnostiziert und Therapieeffekte überprüft werden. Das ist bei Frühgeborenen besonders bei Krampfzuständen oder bei Verdacht auf Schädigung von Hirnzellen wichtig.

EGT

Abkürzung für „Errechneter Geburtstermin“.
Siehe auch Schwangerschaftsdauer.

EKG

Abkürzung für „Elektrokardiogramm“. Methode zur Untersuchung der Herzaktivität, bei der die elektrischen Ströme im Herz gemessen werden. Wird punktuell zur Diagnose bzw Therapieüberprüfung eingesetzt aber als Langzeit-EKG auch im Monitoring verwendet.

Elektrolyte

Stoffe, auch Mineralstoffe oder Salze genannt, die für den Körper lebensnotwendig sind und normalerweise mit der Nahrung aufgenommen werden. Zu den wichtigsten gehören Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium. Ein Mangel an diesen Stoffen führt zu einer Beeinträchtigung des Zellstoffwechsels. Mögliche Gründe für einen Mangel sind starkes Schwitzen, Erbrechen oder Durchfall.

Embryo

Das ungeborene Kind in der Embryonalperiode.

Embryonalperiode

Schwangerschaftsphase, in der die Organe ausgebildet werden. Das Ungeborene wird in dieser Zeit als Embryo bezeichnet. Die Embryonalphase endet mit der 8. Schwangerschaftswoche (SSW).

Embryonalstadium

Zustand des Ungeborenen als Embryo in der Embryonalperiode.

Endotracheale Intubation

Einführung eines Plastikschlauches in die Luftröhre, um die Atmung zu unterstützen. Auch endotracheale Intubation genannt: wörtlich Trachea – „Luftröhre“, Tubus – „Schlauch“.

Enzyme

Botenstoffe aus Proteinen (Eiweiß), die Stoffwechselvorgänge im Körper steuern. Nicht alle Enzyme sind im Körper des Frühgeborenen vollständig ausgebildet. Beispiel: Bei vielen Neugeborenen fehlt noch das Enzym, durch das normalerweise der gelbe Abfallstoff Bilirubin gebunden und in weiterer Folge ausgeschieden wird. Die Folge ist die häufige und meist harmlos verlaufende Neugeborenengelbsucht.

Erythrozyten

Rote Blutkörperchen. Diese transportieren den Sauerstoff im Blut. Bei einem zu geringem Anteil an Erythrozyten spricht man von Blutarmut.

ET

Errechneter Termin.
Siehe auch Schwangerschaftsdauer.

Exspiration

Ausatmen, Gegenteil: Inspiration.

extrauterin

Außerhalb des Mutterleibs. (Wörtlich „außerhalb der Gebärmutter“: extra – „außer“, uterin – siehe Uterus)

Extubation

Gegenteil: Intubation

Fetogenese

Schwangerschaftsphase nach der Embryonalphase bis zur Geburt. Das Ungeborene wird nun auch als Fötus bezeichnet. Die Fetalperiode beginnt mit der 9. Schwangerschaftswoche (SSW).

FiO₂

Sauerstoffgehalt der Luft bei künstlicher Beatmung. Ein FiO2 von 0,2 entspricht beispielsweise 21 % Sauerstoffanteil, etwa der Anteil in normaler Raumluft.

Flüssigkeitslunge

Normalerweise wird bei der Geburt das in der Lunge befindliche Fruchtwasser aus der Lunge gepresst und damit die Lunge zur Atmung befreit. Bei einer besonders schnellen Geburt oder einem Kaiserschnitt entfallen die Kontraktionen, die das Abgehen des Fruchtwassers begünstigen. Geht die Flüssigkeit nicht von selbst zurück, muss sie durch einen Tubus über die Luftröhre abgesaugt werden.

Fontanelle

Lücken zwischen den Schädelknochen bei Säuglingen und Kleinkindern, die die zur Geburt notwendige Überlappung der Schädelknochen ermöglichen. Fontanellen sind normal und schließen sich für gewöhnlich in den ersten zwei Lebensjahren. Neben der großen Fontanelle – mittig über der Stirn am Kopf – gibt es weiters die kleine Fontanelle am Hinterkopf, sowie seitliche Fontanellen.

Fötus

Das ungeborene Kind nach dem Embryonalstadium. Im Gegensatz zum Embryo sind beim Fötus die inneren Organe bereits ausgebildet. Die Fetalperiode beginnt in der 9. SSW.

Fruchtblase

Mit Fruchtwasser gefüllter Hautsack innerhalb der Gebärmutter, in dem das Ungeborene geschützt und versorgt ist.

Frühgeborenen-Retinopathie

Siehe Netzhauterkrankungen bei Frühgeborenen.

Frühgeburt

Frühgeburt nennt man eine Geburt vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche (SSW).

Gestationsalter

Dauer der Schwangerschaft von der Befruchtung bis zur Geburt. Die normale Schwangerschaftsdauer dient als Grundlage für das Errechnen des Geburtstermins (EGT oder ET).

Giraffe

In der Geburtshilfe Bezeichnung für einen Liegetisch mit darüberliegender Wärmelampe.

Glucocorticoide

Körpereigene Hormone, die unter anderem wichtig für die Lungenreife sind.

Glucose

Blutzucker.
Siehe auch Blutzuckerspiegel.

Guthrie-Test

Standarduntersuchung von Neugeborenen zur Früherkennung von Stoffwechselerkrankungen. Wird meist um den 5. Lebenstag vorgenommen. In einigen Krankenhäusern wurde der Test durch neue Untersuchungen ersetzt.

Hämangiom

Blutschwämmchen. Gutartiges Geschwulst, das oft in den ersten Lebensjahren wieder verschwindet, ohne dass eine Therapie notwendig ist.

Hämoglobin

Blutfarbstoff und Hauptbestandteil der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Zur Bildung von Hämoglobin braucht der Körper Eisen, ein Mangel an Eisen führt daher oft zu einem Mangel an Hämoglobin: Blutarmut.

Hämolyse

Zerfall von roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Eine gesteigerte Hämolyse kann zu Blutarmut führen. Bei Neugeborenen kann das durch eine Blutgruppen- oder Rhesusfaktorunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind ausgelöst werden. Mögliche Therapie: Blutaustauschtransfusion.

Hernie

Innerer Riss in der Bauchwandschicht, durch den Eingeweide aus der Bauchhöhle austreten.
Siehe auch Leistenbruch, Nabelbruch.

Hirnblutung

Kommt bei sehr unreifen Frühchen vermehrt vor. Es besteht die Gefahr von dauerhaften Schäden am Hirngewebe. Die meisten Hirnblutungen treten in den ersten drei Lebenstagen auf und werden vor allem durch Stress und zu hohen Blutdruck ausgelöst. Stressvermeidung, Blutdruckkontrollen und die Art der Lagerung sind unter anderem Möglichkeiten, einer Hirnblutung vorzubeugen bzw. sie zu therapieren.

HRSV

Abkürzung für: Human Respiratory Synctial Virus
Siehe auch RSV.

Hyalines Membransyndrom

Bildung von Membranen auf der Oberfläche der Lungenbläschen infolge Unreife. Die Membranen behindern den Gasaustausch. Es beginnt in der Regel nach etwa drei bis vier Tagen auszuheilen. Ursache: Surfactant-Mangel. Siehe auch Atemnotsyndrom.

Hydrozephalus

Im Volksmund auch Wasserkopf genannt, ist eine Anschwellung des Kopfes durch die Anstauung von Hirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor). Der dadurch steigende Druck auf das Gehirn kann zu Schäden führen, daher müssen die Ursachen so schnell wie möglich bekämpft werden. Ursache für diesen Stau kann bei Frühgeborenen z.B. eine Hirnblutung sein. Zur Beseitigung des Staus wird mittels einer Drainage die überschüssige Flüssigkeit abgeleitet.

Hyper-/Hypo-

Vorsilben, die zur Kennzeichnung des „zuviel“ oder „zuwenig“ eines Stoffes oder Vorgangs im Körper verwendet wird. Dabei ist HYPER immer ein erhöhter Wert, wobei HYPO einen unterdurchschnittlichen oder zu niedrigen Wert kennzeichnet. Von medizinischem Personal werden „Hypo“ und „Hyper“ oft als Kurzbezeichnungen verwendet, wobei nur aus dem Zusammenhang ersichtlich ist, ob es sich um Blutzucker, Blutdruck oder sonstige Werte handelt. Beispiele für zusammengesetzte Wörter: Hyperglykämie, Hyperbilirubinämie, Hyperoxie, Hypertonie, Hypoglykämie, Hypoxie, Hypotonie.

Hyperbilirubinämie

Gelbe Verfärbung der Haut bei Neugeborenen, verursacht durch die Einlagerung des Abbauproduktes Bilirubin. Die Einlagerung erreicht ihren Höhepunkt normalerweise um den 5. Lebenstag und sinkt dann wieder ab. Ist die Konzentration an Bilirubin allerdings besonders hoch, können durch das Eindringen ins Gehirn Schäden an den besonders empfindlichen Hirnstrukturen entstehen. Neugeborene mit besonders hohen Bilirubinwerten werden daher vorbeugend mit einer Lichttherapie behandelt.
Siehe auch Phototherapie.

Hyperglykämie

Zu hoher Blutzuckerspiegel. Gegenteil: Hypoglykämie.

Hyperoxie

Zu hoher Sauerstoffgehalt im Blut. Gegenteil: Hypoxie.

Hypertonie

Zu hoher Blutdruck. Gegenteil: Hypotonie.

Hypoglykämie

Zu niedriger Blutzuckerspiegel. Gegenteil: Hyperglykämie.

Hypotonie

Zu niedriger Blutdruck. Gegenteil: Hypertonie.

Hypoxie

Zu niedriger Sauerstoffgehalt im Körper. Gegenteil: Hyperoxie. Fehlt der Sauerstoff komplett, spricht man von Anoxie.

Ileus

Darmverschluss

Immunglobuline

Körpereigene Abwehrstoffe. Sie werden dem Neugeborenen zum Teil von der Mutter mitgegeben. Dieser „Nestschutz“ bewahrt das Baby vor den Kinderkrankheiten Masern, Röteln, Mumps und Windpocken, wenn die Mutter selbst diese Krankheiten durchgemacht hat. Weitere Immunglobuline sind in der Vormilch (Kolostrum) enthalten.

Immunsystem

Das Abwehrsystem des menschlichen Körpers gegen Krankheitserreger. Bei Frühchen ist das Immunsystem noch unvollständig entwickelt und muss gegebenenfaslls unterstützt werden.

Indometacin

Medikament, das in der Behandlung eines offenen Ductus arteriosus eingesetzt wird. Der Verschluss der Öffnung, der bei Normalgeburten kurz nach der Geburt stattfindet, wird durch einen körpereigenen Stoff verhindert. Das Medikament Indometacin wirkt diesem Stoff entgegen.

Infusion

Bei einer Infusion werden größere Mengen eines Medikaments als bei einer Spritze verabreicht. Für gewöhnlich erfolgt eine Infusion direkt in eine Vene (intravenös).

Infusionspumpe

Dosierpumpe zur Verabreichung von Infusionen, mit der ein gleichmäßiger Fluss des Medikaments erreicht wird.

Injektion

Verabreichung eines flüssigen Wirkstoffes mit einer Spritze. Die Nadel wird dabei je nach Medikament und Bedarf auf verschiedene Weise gesetzt. Die wichtigsten Injektionsformen sind: subkutan (unter die Haut), intramuskulär (in den Muskel), intravenös (in die Vene).

Inkubator

Brutkasten

Inspiration

Einatmen. Gegenteil: Exspiration.

Intramuskulär

Wörtlich „in den Muskel“. Eine intramuskuläre Injektion ist eine Spritze, die in den Muskel gegeben wird.

Intravenös

Wörtlich „in die Vene“. Eine intravenöse Injektion ist eine Spritze, die direkt in eine Vene gegeben wird. Ebenfalls intravenös verabreicht wird eine Infusion, die eine größere Menge eines Wirkstoffes ermöglicht.

Intubation

Siehe Endotracheale Intubation

IPPV-Beatmung

Beatmung durch ein Beatmungsgerät, das mit angepasstem Druck die Lunge in regelmäßigen Atemzügen mit Sauerstoff versorgt. IPPV, wörtlich „intermittent positive pressure ventilation“, auf Deutsch „Beatmung mit intermittierend positivem Druck“. Bei Patienten mit Atemreflex ist die Verwendung von Geräten sinnvoll, die Atembemühungen erkennen und synchronisiert mithelfen, wenn z.B. gerade ein Einatmen versucht wird (S-IPPV).

IV

Abkürzung für intravenös.

Kaiserschnitt

Entbindung des Kindes durch eine Operation, die entweder unter Lokalbetäubung (PDA) oder unter Vollnarkose durchgeführt wird.

Kangaroo Care

Körperkontakt zwischen Mutter oder Vater und Kind.

Katheter

Dünner Plastikschlauch, der eingeführt wird um Medikamente zuzuführen oder Stoffe auszuleiten. Katheter werden unter anderem auch zur Gabe von Surfactant in die Lunge oder zum Ableiten von Harn aus der Harnblase verwendet.

Kephalhämatom

Bluterguss am Kopf von Neugeborenen, ausgelöst durch bei der Geburt gerissene Blutgefäße. Die oft deutliche Schwellung ist harmlos und heilt für gewöhnlich innerhalb weniger Tage ab.

Kontamination

Verunreinigung

Lanugo

Behaarung des Ungeborenen im Mutterleib, die dem Schutz des Babys dient und normalerweise bis zur Geburt verschwunden ist. Je nach Schwangerschaftswoche ist bei Frühchen noch mehr oder weniger dieser Behaarung vorhanden.

Leistenbruch

Loch oder Lücke in der Bauchwandschicht im Bereich der Leiste. Bei Frühchen besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit eines Leistenbruchs. Da die Gefahr besteht, dass Darmteile in der Bauchwandlücke eingeklemmt werden, wird ein Leistenbruch normalerweise in einer kleinen Operation geschlossen.

Leukozyten

Weiße Blutkörperchen, die oft als Gesundheitspolizei bezeichnet werden, weil sie Krankheitserreger wie Bakterien und Viren bekämpfen. Weiße Blutkörperchen werden bei Bedarf verstärkt produziert. Daher ist ein erhöhter Anteil von Leukozyten im Blutbild ein Anzeichen für eine mögliche Infektion.

Liquor

Hirn-Rückenmarksflüssigkeit, die im Gewebe um Gehirn und Rückenmark zirkuliert. Ist der Liquorfluss gestört, kann das durch den Rückstau zu einem Wasserkopf führen.
Siehe auch Hydrozephalus.

Listeriose

Infektionskrankheit, die vor allem für Ungeborene und deren Mütter bzw. Neugeborene sehr gefährlich ist. Die Krankheitserreger, Bakterien, werden Listerien genannt. Da der Nachweis dieser Erkrankung sehr schwierig und der Krankheitsverlauf sehr ernst ist, sollte auf Vorbeugung der größte Wert gelegt werden. Die Ansteckung erfolgt meist durch Lebensmittel, die nicht ausreichend erhitzt wurden. Die sicherste Vorbeugung ist daher das ausreichende Erhitzen und Waschen von Gemüse und Fleisch. Roher Fisch wie Sushi, rohes oder blutiges Fleisch wie Steak oder Tartar, Rohmilch oder Produkte daraus wie Rohmilchkäse sollten in der Schwangerschaft gemieden werden.

Lungenreife

Als Lungenreifung bezeichnet man die Entwicklung zur vollständigen Einsatzfähigkeit der Lungen. Bei normalem Schwangerschaftsverlauf findet die Lungenreifung vor der Geburt statt, bei Frühgeburten kann es aufgrund der unvollständigen Lungenreifung zum Zusammenfallen einzelner Bereiche kommen.
Bei dieser auch NRDS genannten Erkrankung wird der für die Entfaltung notwendige Stoff Surfactant über einige Tage bis Wochen verabreicht. Diese in den 1980er Jahren entwickelte Therapie hat die Überlebenschancen von kleinen Frühgeborenen enorm verbessert.
Siehe auch Atelektase.

Magensonde

Dünner Schlauch, der durch Nase oder Mund über die Speiseröhre in den Magen geführt wird. Durch die Magensonde kann ein Frühchen künstlich ernährt werden, wenn die konventionelle Nahrungsaufnahme nicht ausreichend funktioniert. Magensonden werden außerdem zur Entlüftung eingesetzt, wenn durch künstliche Beatmung (z.B. CPAP-Beatmung) überflüssige Luft in den Magen kommt.

Membransyndrom

Siehe Hyalines Membransyndrom

Monitor

Ein oder mehrere Überwachungsgeräte, mit denen Körperfunktionen überwacht werden.
Siehe auch Monitoring.

Monitoring

Überwachung von lebenswichtigen Funktionen, vor allem Atmung und Herzschlag. Die Herzfunktion bei Babys wird meist durch Elektroden auf der Brust überprüft, die Sauerstoffversorgung durch Sensoren auf Hand oder Fuß und der Blutdruck mittels Manschette.

Musiktherapie für Frühgeborene

Als Ergänzung zu den lebensnotwendigen medizinischen Therapiemaßnahmen wird in der Musiktherapie auf die besonderen akustischen Bedürfnisse Neugeborener eingegangen. Nicht nur was es sieht und tastet, sondern auch was es hört ist für das Neugeborene plötzlich ganz anders: Von der ungewohnt lauten Umgebung bis zum fehlenden Herzschlag der Mutter hört das Frühgeborene auf einmal Dinge, die sich vom Mutterleib sehr unterscheiden. In der Musiktherapie für Frühgeborene wird daher sowohl an Traumabewältigung als auch an der Eltern-Kind-Bindung gearbeitet.

Nabelbruch

Beim sogenannten Nabelbruch tritt Bindegewebe durch eine Lücke, wodurch außen eine kleine Beule entsteht. In den meisten Fällen bildet sich ein Nabelbruch in den ersten beiden Lebensjahren von selbst zurück. Frühgeborene sind aufgrund des schwächeren Gewebes häufiger betroffen.

Nabelvene

Haupteingang der Nabelschnur beim Ungeborenen. Frisch nach der Geburt kann die Nabelvene zur Infusion von Medikamenten oder Einführung eines Herzkatheters verwendet werden. Normalerweise verschließt sich das Gewebe einige Zeit nach der Geburt.

NEC

Schwere Darmerkrankung, die bei besonders kleinen Frühchen mit einem Geburtsgewicht unter 1,5 kg die häufigste Magen-Darm Erkrankung ist. Die Schädigung der Darmwand kann bei fortgeschrittenem Stadium zu einer gefährlichen Sepsis führen. Die genaue Ursache der Krankheit ist noch nicht geklärt, jedoch scheint die Ernährung mit Muttermilch die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung zu verringern.

Neonatologie

Lehre der Neu- und Frühgeborenen und deren Behandlung. Neonatologen sind Spezialisten für die ersten Stunden, Tage und Wochen nach einer Frühgeburt.

NRDS

Lungenfehlfunktion durch unzureichende Lungenreife.

Ödem

Ansammlung von wässriger Flüssigkeit im Körpergewebe, die zur Schwellung des betroffenen Gewebes führt.

Oral

Durch den Mund

Oxytocin

Hormon, das bei der Geburt unter anderem die Wehen auslöst. Oxytocin wird vom Körper natürlich gebildet, wird aber auch künstlich zugeführt, um eine Geburt bzw. Nachgeburt einzuleiten.

Palivizumab

Palivizumab ist ein Antikörper, der zur Immunisierung in der Vorbeugung von RSV-Infektionen bei Kindern in der RSV-Saison eingesetzt wird.

Parenterale Ernährung

Künstliche Ernährung mittels Nährlösung, die per Infusion direkt ins Blut gebracht wird. Wird eingesetzt, wenn konventionelle Ernährung oder Ernährung mit Magensonde nicht möglich ist.

PDA

Siehe Ductus arteriosus.

PEEP

Form der künstlichen Beatmung zur Vorbeugung von Atelektasen. Durch Aufrechterhaltung des Drucks auch am Ende des Ausatmens wird ein Kollaps der Lungenbläschen verhindert.

Perfusor®

Spritzenpumpe.

Phototherapie

Behandlung mit Licht, bei der das Frühchen unter eine Speziallampe gelegt wird, um z.B. den Abbau von Bilirubin bei Neugeborenengelbsucht zu fördern.

Physiotherapie

Krankengymnastik zur Behandlung von Bewegungsstörungen.

Plazenta

Auch Mutterkuchen genannt. Gewebe innerhalb der Gebärmutter, das zur Versorgung mit Nährstoffen, sowie der Entsorgung von Ausscheidungen des Ungeborenen dient. Der Mutterkuchen wird bei konventioneller Geburt kurz nach dem Kind als Nachgeburt geboren.

Plötzlicher Kindstod

Manche scheinbar gesunde Kinder sterben in den ersten Lebensmonaten im Schlaf. Trotz unklarer Ursache haben Studien statistische Risikofaktoren festgestellt, unter anderem:

  • Schlafen des Säuglings in Bauchlage
  • Ungeeignete Schlafumgebung
  • Frühgeburt vor der 33. SSW
  • Drogenkonsum oder Rauchen in der Schwangerschaft

Pneumothorax

Lungenerkrankung durch eine Ansammlung von Luft im Zwischenraum von Rippenfell und Lunge. Durch die Luft im Zwischenraum wird die Ausdehnung eines oder beider Lungenflügel behindert, was zu akuter Atemnot führen kann.

Pneumozyten

Spezialisierte Lungenzellen, die für die Produktion von Surfactant zuständig sind. Diese sind bei Ungeborenen etwa ab der 28. Schwangerschaftswoche aktiv.

Pränataldiagnostik

Untersuchung am Ungeborenen im Mutterleib zur Vorbeugung von Komplikation bzw. zur Diagnose von Erbkrankheiten. Siehe auch Ultraschall, Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) und Nabelschnurpunktion.

Prostaglandin

Körpereigene Substanz, die den Ductus arteriosus offen hält. Um den Verschluss zu ermöglichen, wird ein Medikament verabreicht, das die Wirkung von Prostaglandin neutralisiert.

Proteinurie

Übermäßiges Ausscheiden von Proteinen (Eiweiß) mit dem Urin.

Pulsoxymeter

Messgerät zur Bestimmung der Sauerstoffsättigung im Blut. Das Gerät ermittelt gleichzeitig den Puls. Die Messung erfolgt von außen über einen Clip oder einen Klebesensor, der die Haut durchleuchtet.

Rachitis

Durch Vitamin-D Mangel ausgelöste Krankheit, die das Wachstum beeinträchtigt und zu Deformierung von Gelenken und Knochen führen kann. Vorbeugend wird Neugeborenen ab der ersten Woche Vitamin D gegeben.

Respiratory-Syncytial-Virus

Abkürzung: RSV.
Bei gesunden, kräftigen Menschen harmlos verlaufende Erkrankung, die mit Symptomen einer Erkältung auftritt: Husten, Bronchitis, Schnupfen oder Mittelohrentzündung. Bei Babys, besonders bei Frühchen, kann eine RSV-Erkrankung allerdings schwere Folgen haben, da vor allem die Lunge noch viel empfindlicher ist. Infektionen mit RSV gelten als Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod. Die Ansteckung durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion legt nahe, mit einem Frühchen in der Grippezeit öffentliche Verkehrsmittel zu meiden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit einer passiven Immunisierung mit Antikörpern gegen das RS-Virus. Diese wird während der RSV-Saison einmal pro Monat aufgefrischt.

Retinopathia praematurorum / Alias: Netzhauterkrankung bei Frühgeborenen / Retrolentale Fibroplasie / Retinopathy of prematurity

Die Netzhaut im Auge des Frühgeborenen ist bei der Geburt nicht vollständig ausgebildet. Der Anstieg der Sauerstoffversorgung nach der Geburt, besonders bei künstlicher Beatmung, kann die fertige Ausbildung der Netzhaut blockieren, was im schlimmsten Fall zur Netzhautablösung und Erbildung führen kann. Bei frühzeitiger Erkennung haben Behandlungen mittels Medikamenten oder Laserbehandlung gute Heilungschancen.

RLF

Abkürzung für: „Retrolentale Fibroplasie“
Siehe Netzhauterkrankungen bei Frühgeborenen.

ROP

Abkürzung für: „Retinopathy of prematurity“
Siehe Netzhauterkrankungen bei Frühgeborenen.

RPM

Abkürzung für: „Retinopathia praematurorum“
Siehe Netzhauterkrankungen bei Frühgeborenen.

RSV

Abkürzung für: Respiratorische Synzytial-Viren (englisch: Respiratory Syncytial Virus)
Siehe Respiratory-Syncytial-Virus.

RSV-Saison

Zeitraum zwischen Oktober/November und März/April, in der die größte Gefahr für eine Ansteckung mit RS-Viren besteht.

Sauerstoffbrille

Schlauch mit zwei Öffnungen unter bzw. in den Nasenlöchern, aus denen Sauerstoff strömt.

Schwangerschaftswoche

Übersicht über die wichtigsten Schwangerschaftswochen(SSW)
SSW 1-4: Befruchtung der Eizelle und Einnistung in der Gebärmutter.
SSW 5-8: Organe werden gebildet, der Herzschlag ist per Ultraschall
messbar.
SSW 9: Beginn der Fetalphase. Ausbildung von Zehen, Nase,
Milchzahnknospen. Erste Bewegungen sind möglich.
SSW 22-24: In diesem Zeitraum beginnt die Lebensfähigkeit, also die
Überlebenswahrscheinlichkeit im Fall einer Frühgeburt.
SSW 25-28: Bei guter Entwicklung wird in dieser Zeit die Lebensfähigkeit
immer stabiler.
SSW 29-31: Eine Frühgeburt sollte jetzt nur mehr ein kleines Risiko sein.
Bereits vereinzelte Kontraktionen möglich (Übungswehen).
SSW 33-36: Lungenreifung wird abgeschlossen, Drehung und Senkung des
Kindes.
SSW 37-40: Zeitraum für Normalgeburten.

Sectio (caesarea)

Kaiserschnitt

Sepsis

Auch Blutvergiftung genannt, ist die Sepsis eine lebensgefährliche Infektion durch Bakterien oder Pilze. Eine Sepsis tritt plötzlich oder schleichend im ganzen Körper auf, was Schäden an Organen zur Folge haben kann. Eine Sepsis muss in der Regel durch intensiven Einsatz von Antibiotika behandelt werden.

Small for Gestational Age

Föten oder Neugeborene, die deutlich kleiner sind, als es der Schwangerschaftswoche (SSW) bei normalem Verlauf entspräche. Ursachen dafür können starkes Rauchen der Mutter oder eine Unterversorgung durch die Plazenta sein.

Sonogramm

Ein mittels Ultraschall erstelltes Bild.

Spritzenpumpe

Elektrische Pumpe, die zur Dosierung von Medikamenten verwendet wird. Je nach Medikament bzw. Gesundheitszustand kann die Dosierung eingestellt werden.

SSW

Abkürzung für Schwangerschaftswoche.

Storchenbiss

Roter Hautfleck oder Feuermal, der bei Neugeborenen häufig auftritt. Der harmlose Fleck befindet sich meistens im Nacken oder auf der Stirn des Säuglings und verschwindet für gewöhnlich nach einigen Monaten.

Subkutan

Wörtlich „unter die Haut“. Eine subkutane Injektion ist eine Spritze, die in das Binde- und Fettgewebe direkt unter der Haut gegeben wird. Die Nadel muss deswegen nur kurz sein und es ist leicht zu lernen, diese Injektion selbst zu geben.

Surfactant

Substanz zur Stabilisierung der Lungenbläschen, die bei sehr früh geborenen manchmal noch fehlt. 1980 wurde erstmals ein aus Rinderlungen extrahierter Surfactant einem Kind verabreicht; gelangt über einen Tubus in die Lunge, wird öfters, auch noch Wochen nach der Geburt gegeben.
Siehe auch Lungenreife, NRDS und Atelektase.

Theophyllin

Naturstoff, der im Körper beim Abbau von Koffein in den Stoffwechsel gelangt. Als Medikament kann Theophyllin die Atmung von Frühgeborenen mit unzureichender Lungenreife fördern und Atemstillstände verhindern helfen.

Toxoplasmose

Verbreitete Infektion, die bei gesunden Erwachsenen harmlos bis unbemerkt verläuft. Die Ansteckung kann über Katzenkot oder nicht ganz garem Fleisch erfolgen. Steckt sich eine werdende Mutter während der Schwangerschaft zum ersten Mal an, kann das Kind gefährdet werden. Die Schädigung des Ungeborenen durch Toxoplasmose ist sehr selten.

Trachea

Luftröhre

Transfusion

Transfusion bezeichnet die intravenöse Infusion von Konzentraten aus roten Blutkörperchen (Erythrozyten) oder (heute eher selten) von (Voll-)Blut.

Trimenon

Drittel der Schwangerschaftszeit. Ausgehend von einer 9-monatigen Schwangerschaft dauert ein Trimenon 3 Monate bzw. 12 Schwangerschaftswochen (SSW).

Tubus

Schlauch zur Intubation.

Ultraschall

Untersuchungsmethode während der Schwangerschaft.
Schallwellen oberhalb des menschlichen Hörbereichs. Bei einer Ultraschalluntersuchung wird eine Schallquelle auf die Haut aufgesetzt. Die Reflektionen des Ultraschalls aus dem Körper werden aufgefangen und auf einem Bildschirm dargestellt. Dadurch lässt sich ein Bild vom Inneren des Körpers gewinnen. Da keine ionisierenden Strahlen (Röntgen, Radioaktivität) eingesetzt werden, ist die Ultraschalluntersuchung nach dem heutigen Stand der Wissenschaft unschädlich. Deshalb gehört sie zu den bevorzugten Untersuchungsmethoden in der Schwangerschaft. Beim Frühgeborenen spielt die Ultraschalluntersuchung eine große Rolle zur Früherkennung und Überwachung von Gehirnblutungen.

Uterus

Gebärmutter

Vaginalinfektion und Frühgeburt

Vaginalinfektionen können bei entsprechender Ausprägung eine Frühgeburt verursachen. Laut einer Studie ist bis zu ein Drittel der Frühgeburten auf eine solche Infektion zurückzuführen.

Ventrikel

Hohlraum in einem Organ. Beispiele sind z.B. Herzkammern oder Hirnventrikel.

Ventrikelblutung

Einblutung in eine Kammer des Gehirns (Hirnventrikel). Kann zu einem Stau und damit einer Schwellung führen, die auf das Gehirn drückt.
Siehe auch Hydrozephalus.

Ventrikeldrainage

Ableitung von gestauter Flüssigkeit aus dem Hirnkammersystem, um den Druck zu verringern der durch die Schwellung entsteht. Ventrikeldrainage ist eine Akutbehandlungsmethode bei Hydrozephalus.

Wärmebett

Offene Wiege mit gewärmter Liegefläche für Frühchen, die Schwierigkeiten beim Halten der Körpertemperatur haben.

Zwiemilchernährung

Das Baby wird mit Muttermilch gestillt aber auch mit der Flasche zugefüttert.

Zyanose

Bläuliche Verfärbung der Haut oder Schleimhäute aufgrund mangelnder Sauerstoffsättigung des Blutes.

AT-SYNA-200016-13052020