Was ist das RS-Virus

Das Respiratory Syncytial Virus (RSV) ist ein weit verbreiteter, hoch ansteckender Erreger, der bei Säuglingen und Kleinkindern schwere Erkrankungen der unteren Atemwege hervorrufen kann. Frühgeborene, Kinder mit schweren Herzfehlern sowie Kinder mit Lungenerkrankungen sind besonders gefährdet, schwer zu erkranken.

In Österreich treten RSV-Infektionserkrankungen saisonal gehäuft zwischen November und April auf. Risikokinder sollten in dieser Zeit ganz besonders vor einer Ansteckung geschützt werden. Beinahe 100% aller Kinder haben zumindest eine RSV-Infektion bis zum zweiten Lebensjahr. Bei älteren Kindern und gesunden Erwachsenen verläuft die Infektion in der Regel harmlos.

Die Übertragung des Erregers erfolgt durch Tröpfchen- und Aerosolinfektion (Niesen und Husten), oder durch Schmierinfektion (wenn das Kind mit kontaminierten Gegenständen wie z.B. Spielzeug in Berührung kommt und dann seine Finger in Mund oder Nase steckt oder seine Augen reibt). Vier bis fünf Tage nach der Ansteckung bricht die Erkrankung aus. Das Virus kann bis dahin auch auf andere Menschen übertragen werden, obwohl der Überträger selbst noch keine Symptome hat.

Im Allgemeinen ähnelt eine RSV-Erkrankung einer gewöhnlichen Erkältung mit Symptomen wie erhöhter Temperatur, rinnender Nase und Ohrenschmerzen. Nach 3-5 Tagen kann es bei Risikokindern zu einem schweren Verlauf der Erkrankung kommen, da sich das Virus auch auf die unteren Atemwege ausbreiten kann. Die Symptome sind dann: Husten, Atemschwierigkeiten, zu schnelles Atmen und Röcheln. Es kann zu einer Lungenentzündung oder zu einer Bronchiolitis (Entzündung der kleinsten Atemwege) kommen. Leider kann eine RSV-Erkrankung auch Spitalsaufenthalte oder sogar intensivmedizinische Betreuung mit künstlicher Beatmung notwendig machen.

Frühgeburten kommen ohne natürlichen RSV-Antikörperschutz zur Welt, da diese RSV-Antikörper erst ab der 36. Schwangerschaftswoche von der Mutter über die Plazenta übertragen werden und haben ein noch unterentwickeltes Immunsystem bei der Geburt. Außerdem sind die Lungen von Frühgeborenen sehr klein und nicht voll funktionsfähig, da die Lungen erst gegen Ende der Schwangerschaft ausgereift sind.

Kinder mit angeborenen Herzfehlern haben allgemein eine eingeschränkte Herz-Lungenfunktion. Deshalb kann eine Erkrankung der Lunge zusätzliche Komplikationen hervorrufen.

Kinder mit bronchopulmonaler Dysplasie haben allgemein eine eingeschränkte Lungenfunktion. Deshalb kann eine Erkrankung der Lunge zusätzliche Komplikationen hervorrufen. 

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